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Galerie Göttlicher |
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Sigrid Neubert
- Architekturfotografie - Drei Bauten von Karl Schwanzer |
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Dauer der Ausstellung: |
17. Mai bis 21. Juni 2003 |
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Eröffnung: |
17. Juni 2003 |
Gezeigt BautenWOHNHAUS IN WIEN BMW MÜNCHEN ÖSTERREICHISCHE BOTSCHAFT IN BRASILIA Barytabzüge 30 x 40 cm SIGRID NEUBERT - Meine Arbeit mit Karl SchwanzerKarl Schwanzer traf ich 1964 zum ersten Mal, als ich für ein deutsches Magazin sein Wohnhaus in Wien fotografierte. Es war eine kurze Begegnung. Jahre später, von 1969-1973 habe ich dann in München die Bauten für BMW von Beginn an mit der Kamera begleitet. Die Fortschritte des Baus sollte ich in allen Phasen von innen und außen dokumentieren. Ich erinnere mich noch gut an die langen Gespräche. Begeistert erklärte mir Karl Schwanzer seine Gedanken, Ideen und Wünsche. Auf unseren gemeinsamen Wegen entdeckte er immer wieder neue Standpunkte für die Kamera ... nie wurden sie festgelegt. Er überließ es mir, die besten Augenblicke zu finden. Ich sollte ihm zuhören, aber selbst entscheiden. Ich sollte mit seinen Augen sehen, aber die meinen genauso wichtig nehmen. 1975 bekam ich von ihm den Auftrag, die Österreichische Botschaft in Brasilia
zu fotografieren. Ein Buch sollte entstehen, nicht nur von seinem Bau, auch Bilder der Landschaft und der neuen Stadt wollte er zeigen. Ich erinnere mich: Ich war gerade angekommen im Hotel, da klingelt das Telefon. Karl Schwanzer, er ruft aus Wien. "Wie war die Reise? Ist alles in Ordnung? Mein Mitarbeiter wird Sie gleich durch den Bau führen. Sie werden sich freuen. Fangen Sie an. Ich rufe wieder." Karl Schwanzer hatte die wunderbare Fähigkeit, nicht nur seine Begeisterung auf andere zu übertragen, er begleitete einen auch mit seinen Gedanken. Er spornte an. Er gab mir Mut, eigene Wege zu gehen. Karl Schwanzer lobte gerne. Er bemerkte die Anstrengung, den tagelangen Einsatz ... Nur einige der Fotografien erhielten dann seine uneingeschränkte Zustimmung. "Zehn Fotos reichen für einen Bau", meinte er. Wie gerne hätte ich unter seiner Obhut noch lange weiterfotografiert ... SIGRID NEUBERT - mit Fotografien informierenDie Architektur habe ich am liebsten im Licht des Schwarz-Weiß gesehen. Ich bin mit der Sonne durch den Tag gegangen, um die Verwandlungen eines Gebäudes im Sonnenlicht zu beobachten und auf den Fotos festzuhalten. Ich wollte, dass ein Gebäude hell im Licht der Sonne steht, dass die Spiele von Licht und Schatten es lebendig machen, dass die Räume Tiefe und Transparenz bekommen, sich verwandeln im Laufe eines Tages. Ich steigerte die Wirkung meiner Fotos durch die Kontraste schwarz und weiß, hell und dunkel. Heute erscheint mir mein Gehen mit der Sonne nur eine Möglichkeit von vielen, Architektur zu erfassen. Voraussetzung für ein gutes Architekturfoto ist das Gespräch mit dem Architekten. Ich setze mein Handwerk ein, die Vielfalt seiner Möglichkeiten. Ich entscheide mich für den richtigen Bildausschnitt und finde eine Perspektive, die nicht verzerrt. Ich erkläre mit meinen Fotos die Details und warte auf das richtige Sonnenlicht für die Bilder der Fassaden. Ich betone, stelle zurück, übertreibe, wenn es mir angemessen erscheint. Ich möchte mit meinen Architekturfotografien informieren. In Sekundenschnelle entscheide ich, schnelles Arbeiten beschwingt mein Sehen, ich brauche meine ganze Vehemenz und Konzentration. Meist fotografiere ich allein. Aus: Gärten des Lichts - Betrachtungen zur Fotografie (Christian Pixis Verlag München 1999) |
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