FRITZ RUPRECHTER . BILDER
Wenn man die Kunst von Fritz Ruprechter als Malerei klassifiziert, dann greift das etwas zu kurz. Wenn man unter Malerei noch dazu eine gefühlshafte Ausdruckskunst versteht, oder aber eine Kunst der intimen Selbstbespiegelung, dann liegt man nochmals daneben. Ruprechter vermalt die Farbe nicht, um Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder um Geschichten zu erzählen, sondern seine Bildkunst ist das Resultat einer präzise strukturierten Materialhandlung, fast einem bildhauerischen oder skulpturalen Vorgang vergleichbar.
Vergleicht man die einzelnen Bilder der Serien miteinander, so entdeckt man erst ihre Eigenheiten. Nur auf den ersten Blick sehen sie alle ähnlich aus, aber in Wahrheit besitzt jedes einen eigenen Charakter, stellt jedes eine eigenständige formale Lösung und Erfindung dar. Die jeweilige Eigenheit der Bilder ist also immer eine Funktion der Differenz zu den anderen und alle gemeinsam bilden eine Art Satz aus unterschiedlichen Begriffen. Auch hier liegt der Vergleich mit der Sprache nahe, ohne allerdings einer Gleichsetzung das Wort reden zu wollen. Begriffe und Worte für sich genommen, bedeuten oft wenig oder nur sehr Allgemeines. Erst ihre Lage in einem übergreifenden Beziehungsgeflecht, einem Satz oder einer Argumentationskette, trägt zu einer Klärung und Präzisierung ihrer Bedeutung bei. Verwendungszusammenhänge sind als entscheidend, sie generieren die Eigenheiten und die Beziehungen der Begriffe zueinander als relationales Geflecht. Damit vergleichbar ist die Arbeit Ruprechters. (Reiner Fuchs, mumok Wien)
Eröffnung: Samstag, 18. APRIL, 18 Uhr
Einführende Worte: Dr. Nikolaus Kratzer - Leiter der Kunstsammlung des Landes Niederösterreich
Dauer der Ausstellung: 23. April - 09. Mai 2026
© Fritz Ruprechter
